Konzeptionelle Grundlagen unserer Arbeit
Der pädagogische Alltag im Rabennest ist situationsorientiert ausgerichtet. Er soll die Kinder• bei der Bewältigung ihrer gegenwärtigen Lebenssituation unterstützen;
• Möglichkeiten zum Erleben von Lebenszusammenhängen bieten sowie
• Hilfen geben, die zur Bewältigung zukünftiger Lebenssituationen genutzt werden können.
Ein wesentlicher Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist die intensive Beobachtung von einzelnen Kindern und Gruppenprozessen. Das ermöglicht uns, aktuelle Lebenssituationen und Bedürfnisse zu erkennen und unser Handeln individuell am einzelnen Kind auszurichten.
Im Rabennest wird viel dafür getan, dass es Kindern richtig gut geht. Für die Kleinsten im Nest werden die Grundbedürfnisse wie essen, trinken, schlafen, wickeln etc. individuell gestillt. Sie werden zum Schlafen hingelegt, wenn sie müde sind und nicht zu einer festen Schlafzeit.
Für Zärtlichkeit und Geborgenheit bietet die Kita viel Raum und Atmosphäre. Die Mitarbeiterinnen sind feste Bezugspersonen und schaffen eine kindgerechte Umgebung mit Kuschelecken und anderen Rückzugsmöglichkeiten. Die Kinder fühlen sich wohl und wie „zu Hause“. Feste Regeln und Rituale geben ihnen die nötige Sicherheit, die sie mit unserer Begleitung und durch die Gemeinschaft erfahren. Das natürliche Bedürfnis nach Bewegung wird durch Turnen, Tanzen, Toben befriedigt.
Bei uns wird viel Zeit, Raum und Ruhe gelassen, um Spaß und Freude zu empfinden. Beim Spiel mit anderen Kindern gibt es viele Möglichkeiten, das Miteinander zu erproben, das Streiten zu üben, die eigenen und die Grenzen anderer zu erkennen und anzuerkennen. In Kleingrupppen können die Kinder sich ausprobieren, verhandeln, entscheiden und so ihre alltägliche Umgebung mit gestalten. Einmal in der Woche gibt es bei uns eine große Diskussionsrunde für Kinder ab vier Jahren.
Zu den Besonderheiten unserer Arbeit gehören u.a. die ökologische Ausrichtung der Arbeit und die spielzeugfreie Zeit:
Im Rabennest ist es uns besonders wichtig, den Kindern ein ökologisches Bewußtsein zu vermitteln. Neben vielfältigen Naturbegegnungen gehört dazu insbesondere die Vollwerternährung. Morgens erwartet die Kinder ein liebevoll gedeckter Frühstückstisch mit selbstgemachtem Brot, Müsli und verschiedenen Brotaufstrichen. Natürlich wird Wert auf ein vollwertig-vegetarisches Mittagessen gelegt. Dabei werden bevorzugt einheimische Lebensmittel verwendet, die je nach Jahreszeit zur Verfügung stehen. Es ist uns wichtig, Müll zu vermeiden; was anfällt, wird getrennt.
Gezielt bringen wir den Kindern Pflanzen und Tiere näher. Gemeinsam mit den Kindern achten wir darauf, dass Pflanzen auch Lebewesen mit Bedürfnissen sind. In unserem Garten haben wir Kräuter- und Gemüsebeete angelegt, in dem die Kinder die Möglichkeit haben, selbst etwas zu pflanzen, das Wachstum zu beobachten und schließlich zu ernten. Im Garten leben auch unsere beiden Kaninchen, bei deren Fütterung und Säuberung der Ställe die Kinder gerne mithelfen
Einmal im Monat verbringen wir mit allen Kindern ab vier Jahren einen Tag im Wald und zweimal im Jahr sogar eine ganze Woche. Hier bietet sich die Gelegenheit für kleinere Waldprojekte, wie ein Tipi oder einen Staudamm zu bauen. Die Waldwoche gestaltet sich je nach Ideen und Bedürfnissen der Kinder.
Unsere Kindertageseinrichtung soll Erfahrungs- und Spielräume schaffen, in denen die Kinder zu Schöpfern ihrer Lernprozesse werden. Kinder lernen am einfachsten und umfassendsten, wenn sie ihre Lernthemen und Schwerpunkte selbst wählen und Situationen mitgestalten können. Deswegen gibt es seit 1997 im Rabennest jährlich eine spielzeugfreie Zeit. Kinder und Erzieherinnen räumen gemeinsam das Spielzeug auf den Speicher. Dabei geht es nicht darum, den Kindern das Spielzeug wegzunehmen, sondern darum, ohne Spielzeug für einen bestimmten Zeitraum zu leben. Für drei Monate im Jahr schaffen wir mehr Raum und mehr Zeit für die Kinder: mehr Spiel-Raum und mehr Frei-Raum. So können Kinder ihre schöpferische Kraft entwickeln und ihren eigenen Weg gehen.






